Seit ich im Frühjahr 1988 das aus heutiger Sicht eher rührende Heftchen "Unser erstes Jahr" geschrieben habe, das die Zeit vor der Vereinsgründung des "Mödlinger Stadtverkehrmuseums" zum Inhalt hat, macht es mir großen Spaß zu schreiben. In den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts geschah das ausschließlich für das Mödlinger Stadtverkehrsmuseum.

Der "Verlag" entsteht:

Anfang 2000 ging ich nun an zwei Themen heran, die mit Mödling nicht das geringste zu tun hatten. "Die legendäre Linie 13" (gemeinsam mit Dr. Werner Frank und Paul Golob) und "die Beiwagenreihe h". Da nicht auszuschließen war, daß die Bücher fürchterliche Flops werden würden, entschloß ich mich zur "Selbstständigkeit", denn ich wollte dem Verein kein Risiko aufbürden. Die Reihe "h" war dann auch tatsächlich das erste Buch meines neuen eigenen kleinen Verlages.

Bedingnisse, Schwierigkeiten:

Es war abzusehen, daß mein Buch über die kleine Beiwagenreihe der Wiener Straßenbahn die Massen nicht in einen irrationalen Kaufrausch versetzen würde, also war nur an eine kleine Serie zu denken. Da kaum etwas so unwirtschaftlich ist, wie ein Buch in kleiner Serie drucken zu lassen, wählte ich den Weg der SW-Laserkopie mit einzelnen Farbseiten und eine schlichte Bindung. Solch ein "Buch" sieht zwar eher wie ein Skriptum aus, aber anders war und ist es eben nicht zu machen. Dem kann entgegengehalten werden, daß gerade in letzter Zeit Autoren wie Prof. Fink und Mag. Stütz/Svetelsky sehr wohl "richtige Bücher" im Eigenverlag zustande gebracht haben. Darauf kann ich nun wieder antworten, daß keiner der drei Herren in den letzten Jahren 6 (sechs!) Straßenbahntriebwagen von Grund auf restauriert hat. Meine Gelder sind also dort gebunden, großartige Investitionen sind bei mir auf dem Büchersektor nicht drinnen!

Das Jahr 2004:

Im Laufe der Jahre hat sich so Buch an Buch gereiht, bis ich mich 2004 entschlossen habe, neue Publikationen auf andere Weise herstellen zu lassen. Das erste Werk dieser Art ist "Wege nach Mödling - Der Bildband", ein durchgehend färbiges Buch. Auch die Qualität der SW-Abbildungen ist nun deutlich höher. Die schlichte Bindung habe ich beibehalten. Wer das Buch schön gebunden haben will, kann das selbst machen lassen (ich kenne einige Fälle), würde ich das machen, wären die Bücher noch wesentlich teurer, als sie ohnehin schon sind, denn hochwertige Bindungen mit Buchdeckeln sind bei Kleinstserien verheerend teuer! Nachteil des neuen Druckverfahrens ist wie gesagt natürlich, daß die Gestehungskosten wesentlich höher sind. Buchhändler, die überhaupt noch bereit sind, den Bildband zu nehmen, sehen mich an wie einen Räuber, weil ich ihnen leider nur eine sehr kleine Spanne lassen kann. Und es gibt kaum etwas, das ein Buchhändler mehr verabscheut, als eine zu kleine Spanne!

Alles in allem sind das für mich natürlich keine einfachen Bedingungen. Der Vorteil an der Sache ist, daß einem niemand vorschreiben kann, was und vor allem wie man es zu tun hat. Freie Themenwahl, freie Wahl des Buchumfanges - und kein Verleger kann dies und das streichen, aus welchen Gründen auch immer. Jede Zeile meiner Bücher ist von mir, bzw. von den Co-Autoren. Ist das Buch gut, sind wir (ich) verantwortlich, ist es Mist auch! Kein "richtiger" Verlag hätte es z.B. geduldet, dem 13er über 500 Seiten (!) zu widmen. Dr. Frank, Paul Golob und ich wollten es in diesem Umfang machen, und wir haben es gemacht!

Ein Kardinalnachteil der Buchproduktion in Kleinstserien ist natürlich, daß es kaum geeignete Vetriebsmöglichkeiten gibt. Für die 13er-Bücher hatte ich seinerzeit zwar eine geradezu sensationelle Presse, es war mir aber nicht möglich, die Bücher selbst in Wien auch nur einigermaßen flächendeckend anzubieten. Und seither ist es sogar noch wesentlich schlechter geworden. Die neuen Bücher werden also in noch kleineren Serien, dafür aber in gehobener Druckqualität erscheinen. Denn ich habe mir für die Zukunft vorgenommen, nicht mehr zur SW-Laserkopie zurückzugehen. Das bedeutet unweigerlich, daß meine Bücher nur mehr in Form relativ teurer Klein(st)serien geben wird.

Denn der Grund, warum ich mir das antue, ist ausschließlich Freude an der- und Interesse für die Sache und außerdem mein Ausdruck der Verehrung für die Pioniere der einschlägigen Technik von einst.

Ich werde mich also weiter mühsam durchs Verlagsleben strampeln. Aber obwohl das Leben so ziemlich anstrengend ist, das Schreiben macht einfach Freude!

Was in nächster Zeit erscheinen wird, sehen Sie unter "Publikationsplanung".